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PostPill


0. Kapitel: Die Entscheidung

Ich selbst gehörte zu denen, die sofort auf 180 waren, wenn sie diesen Begriff hörten - war doch mein Bruder ein Knaus-Ogino-Kind, dass während der Periode gezeugt wurde. Irgendwann beschliesse ich dann, dass es ja nicht schaden kann, mal "Natürlich und sicher" zu bestellen. Ich lese mich durch dieses Buch und auch noch durch "Natürliche Familienplanung heute" - jetzt bin ich absolut überzeugt. Mein Freund hatte von den Verhütungscomputern schon gehört, war aber noch etwas skeptisch, ob man das wohl auch selbst schaffen würde. Er lässt sich dann aber leicht überzeugen, es einfach mal auszuprobieren. Ein gutes Argument ist auch das Lea, das ich hier im Forum "entdeckt" habe und das den ersten Test (noch mit Pille als "doppeltem Boden") erfolgreich bestanden hat.

Vorsichtshalber lasse ich nichts aus, mich zu informieren: den Frauenarzt - der hat mir zwar nicht abgeraten, schien aber eher weniger über die Methode zu wissen als ich selbst, nach dem Verschlingen all dieser Bücher. Die NFP-Beraterin, deren Telefonnummer ich von Pro Familia hatte. So ein Kurs kann ja vielleicht nicht schaden. Ob ich denn meinen Freund auch mitbrächte? Ähm, darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Nach 10 Jahren Pille kommt einem der Gedanke "Verhütung ist etwas, was uns BEIDE angeht" fast fremd vor. "Soll ich ihn denn mitbringen?" - "Das hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn beide kommen". Okay, dann frage ich ihn mal - und mein Freund war einverstanden! Juhu, jetzt steht der ganzen Angelegenheit ja nichts mehr im Weg!

1. Kapitel: Erkältung zum "richtigen" Zeitpunkt

Ich fange also an zu messen. In den ersten Tagen ist mal zickzack angesagt. Ich merke schnell, dass die Temperatur stabiler ist, wenn ich immer zur gleichen Zeit messe. Nun gut, dann ist das halt bei mir so. Gut zu wissen. Dafür ändert sich die Temperatur bei weniger als 6 Stunden Schlaf nicht, erst bei 3 Stunden wird's langsam kritisch. Das ist wiederum ein Vorteil. Mit dem Schleim komme ich noch gar nicht klar, der scheint immer gleich gelblich, manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger ziehbar zu sein. Erst beim ersten NFP-Kurs werde ich etwas schlauer: Meine NFP-Beraterin sagt mir, dass ich S+ annehmen muss, wenn der Schleim sich auf mehr als 1-2 cm ziehen lässt. Also, gleich gelblich sieht er immer noch aus, aber wenn ich da einen Unterschied mache, bekomme ich dann doch einen Schleimhöhepunkt hin. Obwohl ich eigentlich immer irgendeine Art Schleim habe, kein Schleim kommt bei mir bisher nicht vor. Ab dem 23. Tag habe ich höhere Temperaturen als vorher - leider habe ich gleichzeitig auch eine Erkältung! So ein Mist! Ich traue mich nicht, eine Hochlage anzunehmen, obwohl ich eigentlich glaube, dass es eine war. Mein erster NFP-Zyklus hat 33 Tage gedauert.

2. Kapitel: Warten auf den Eisprung

Inzwischen klappt das Einordnen von Störungen und Ausklammern von Temperaturwerten immer besser. Neben der Messzeit hat auch Alkohol einen Einfluss, aber erst ab zwei Glas. Den Unterschied zwischen "gelblich zäh" und "gelblich dehnbar" im Schleim kann ich nun auch besser erkennen. Ich bekomme dabei auch reichlich Übung, denn in diesem Zyklus habe ich 5 Schleimhöhepunkte. Mein Körper scheint immer wieder anzusetzen zu einem Eisprung, aber es kommt keiner. Er gibt wohl kurz vorher auf. Nach dem 4. Schleimhöhepunkt und als mein 40-Tage-Zyklusblatt verbraucht ist, bin ich, gelinde gesagt, gefrustet. Glücklicherweise gibt es das Famplan-Forum, wo ich Leidensgenossinnen finde. Andere warten schon länger als ich auf ihre Hochlage, das ist irgendwie tröstlich. An Tag 46 ist es dann endlich soweit, ich messe eine erhöhte Temperatur! Diese hält auch an und ich habe sogar 13 Tage Hochlage, also nicht mal eine Gelbkörperschwäche. Ein schönes Ende für einen so langen Zyklus. Und irgendwie kommt in mir das Gefühl hoch "sind die Hormone wirklich so harmlos, wie uns die Frauenärzte immer einreden? Offensichtlich wirkt die Pille durchaus länger auf meinen Hormonhaushalt, nicht nur während der Einnahme." Ich gebe mir insgeheim das Versprechen, nie wieder mit so etwas anzufangen. Verhütung muss auch anders gehen als sich mit Hormonen vollzupumpen.

3. Kapitel: monophasisch

Mein Körper muss auch nichts auslassen... Nach dem letzten Zyklus lässt sich zunächst mal alles ganz gut an, die Schleimqualität bessert sich langsam, ich nehme auch immer mehr "Feinheiten" wahr. Ob mein Schleim nun zäh, etwas dehnbar, ziemlich dehnbar, mehr oder weniger gelblich ist - richtig glasklar ist er zwar fast nie, aber Unterschiede sehe ich nun einige. Doch nach dem ersten Mal "fast klar" kommt auf einmal "rosa". Okay, das soll ja auch ein Zeichen für eine gute Schleimqualität sein. Am nächsten Tag ist er braun. Naja, da muss eine Slipeinlage her. Dann fängt es an zu bluten. Nach einiger Überlegung (komme ich nicht vielleicht mit der Slipeinlage doch noch aus?) kommt dann doch mein Mooncup zum Einsatz. Die Blutung hat jetzt Periodenstärke. Einen Tag später hört sie wieder auf. Aha, die richtige Zwischenblutung, so stark wie die Regel, es gibt sie tatsächlich, es ist kein Ammenmärchen. Die zweite Zwischenblutung finde ich dann etwas nervig. Hätte nach der ersten nicht einfach eine Hochlage kommen können? Aber auch nach der zweiten kommt keine und ich stelle mich schon mal wieder auf einen langen Zyklus ein. Beim nächsten Mal Blut in meiner Unterhose denke ich mir schon nichts mehr dabei, Mooncup rein, nicht lange nachdenken... Doch nachdem ich nach drei Tagen immer noch blute, wird mir klar, dass es nun wohl doch keine Zwischenblutung mehr ist. Da hat wohl ein neuer Zyklus angefangen, und mein dritter NFP-Zyklus war monophasisch - kein Eisprung! Schade! Immerhin hat dieser Zyklus wieder 33 Tage - ob das wohl meine natürlich Zykluslänge ist?

4. Kapitel: und weil's so schön war, gleich nochmal

Der vierte Zyklus unterscheidet sich kaum vom dritten. Nach etwa 10 Tagen Monatsblutung (das scheint bei mir normal zu sein, auch in den ersten Zyklen schwankte es zwischen 7 und 10 Tagen) habe ich wieder meinen gelben, zähen Schleim. Er wird bald dehnbar, dann wieder rosa, braun, Zwischenblutung, wieder gelblich dehnbar... Eigentlich gibt es keinen Unterschied zum letzten Zyklus, nach 34 Tagen habe ich wieder meine Periode und das Wort "Hochlage" kenne ich sowieso nur noch aus Büchern. Meine NFP-Beraterin sagt mir, dass es bei manchen Frauen eben so ist. Viele haben gleich nach dem Absetzen regelmässige Zyklen, aber es gibt eben auch sehr viele Frauen, bei denen es eine Weile dauern kann, bis sich alles wieder einrenkt. Nach ein paar Monaten sei der Spuk sicher vorbei. Ich verfluche die Pille und übe mich schweren Herzens in Geduld.

5. Kapitel: es gibt sie, die Ovulationsblutung

Tag 15 des 5. Zyklus' ist vielleicht der Tiefpunkt meiner NFP-Postpill-Zeit. Nach 13 Tagen Periode bekomme ich an diesem Tag schon wieder eine Zwischenblutung. So langsam habe ich die Schnauze voll davon! Der einzige Lichtblick dieses Tages ist der Gang auf die Waage: die zeigt doch immerhin 2 Kilo weniger an. Vielleicht nicht viel dafür, dass ich seit einem Jahr regelmäßig Schwimmen gehe und seit einigen Monaten versuche, auch weniger und gesünder zu essen. Aber immerhin ist es das erste Mal, dass die Waage überhaupt mal weniger anzeigt als früher. Irgendwie stimmt mich das dann auch wieder optimistischer: "Wenn es mit dem Abnehmen schon mal einen 'Wendepunkt' gibt, so gibt es vielleicht in bei meinen Zyklen auch bald mal eine Wendung - viel schlimmer als jetzt kann es ja eigentlich eh nicht mehr werden". Und ich behalte recht, es wird nun tatsächlich besser. Die nächsten Tage habe ich keine Zwischenblutung mehr. Ich gewinne nach und nach Zuversicht und das Gefühl, dass die "Talsohle" schon mal durchlaufen ist. Richtig optimistisch werde ich an Tag 30, als ich zum ersten Mal seit ein paar Monaten wieder klaren, glasig eiweißartigen Schleim beobachten kann. Ab Tag 31 steigt sogar meine Temperatur! So richtig verwirrt bin ich dann aber an Tag 33: meine Temperatur ist drei Zehntel über der Hilfslinie. Aber gleichzeit scheine ich doch meine Tage zu haben. Was bedeutet das nun?! Natürlich habe ich von Ovulationsblutungen gehört, aber in dem Moment zweifle ich doch schon sehr, ob ich nicht einfach meine Tage bekommen habe und die ganze Temperatur nur auf einen Infekt oder ähnliches hindeutet. Es fühlt sich so sehr nach Periode an, Tag 33 würde zu meinen vorherigen Zyklen passen und noch dazu bekommen viele um mich rum ihre Tage, als ob das so "in der Luft läge". Doch schon am nächsten Tag hat die Blutung aufgehört und ich habe auch den ganzen Tag über nur einen winzigkleinen, leicht zähen Schleimkrümel. Nun bin ich beruhigt. Auch die Temperatur ist oben geblieben. Und mein Muttermund fühlt sich so hart und knubbelig an, wie ich ihn fast noch nie erlebt habe. Es war wohl doch ein Eisprung. Tatsächlich bekomme ich nach insgesamt 40 Tagen meine Periode - wie praktisch, das Zyklusblatt genügt genau ;-) Leider war die Hochlage nur sehr kurz. Aber was jammere ich denn - ich hatte mal wieder einen Eisprung, jippie! Mein Körper scheint nun wirklich langsam wieder "von selbst" zu funktionieren. Klasse!

6. Kapitel: Ach Menno!

Nun, als ich dieses Tagebuch begonnen habe, dachte ich, es würde ein optimistischer Bericht. Ein paar kleine Störungen am Anfang, vielleicht mal ein etwas längerer Zyklus und eine Gelbkörperschwäche, aber bald würde sich alles einpendeln und jede, die das liest, bekommt Lust darauf, gleich in die NFP zu starten. Und vielleicht etwas Trost für den schwierigen Anfang. Ich hatte mich wohl sehr getäuscht. Eigentlich habe ich schon überlegt, das Tagebuch gar nicht mehr weiterzuschreiben, weil es vielleicht jede Frau, die mit der NFP beginnen möchte, abschrecken könnte. Aber letztlich wäre es irgendwie unehrlich, nicht weiterzumachen, und vielleicht kommt ganz am Ende ja doch noch ein positives "Endergebnis" heraus. Nun, Ihr ahnt es vermutlich schon, dieser Zyklus war wieder monophasisch. Nicht nur das, er hat auch noch 50 Tage gedauert. Gerade am Ende dachte ich, nun ja, bisher hatte ich zwei verlängerte Zyklen (den 2. und den 5.) und beide waren mit Eisprung, es wird schon noch. Doch dann bekam ich meine Tage. So ein Frust.

7. Kapitel: Kann man denn irgendwas tun?

Inzwischen fange ich natürlich an, darüber nachzudenken, ob ich nicht irgend etwas falsch mache. Ich versuche, mich noch gesünder zu ernähren. Statt 2 Tassen Kaffee, die ich mir in letzter Zeit angewöhnt hatte, trinke ich nur noch eine am Tag. Meinen Espresso nach dem Mittagessen kann ich mir einfach nicht verkneifen. Ich versuche, mehr Fisch zu essen, weil ich irgendwo gelesen habe, dass das gut sein soll. Und weniger Zucker. Natürlich denke ich inzwischen auch darüber nach, ob ich nicht doch mal zum Frauenarzt sollte und abchecken lassen, ob alles okay ist. Oder einfach Mönchspfeffer nehmen, Akkupressur anfangen oder irgendwas. Da ich gerade einen 5-wöchigen Urlaub plane, komme ich aber weder dazu, einen Termin beim FA auszumachen, noch, mich intensiv mit sonstigen Möglichkeiten, etwas "nachzuhelfen", auseinanderzusetzen. Ich beschränke mich daher eben auf die gesündere Ernährung und versuche auch, etwas mehr an der Sonne spazieren zu gehen (glücklichweise ist gerade Juli). Nun, geholfen hat es nicht, aber insgesamt fühle ich mich etwas besser. Der Lichtmangel in meinem Bürojob war vielleicht wirklich nicht so der Hit... Nach 30 Tagen, genau an dem Tag, an dem ich im Urlaubsland ankomme, endet dieser Zyklus, ohne Eisprung.

8. Kapitel: Naja, immmerhin tut sich was

Während des Urlaubs hält sich meine Tieflage, sofern ich es beurteilen kann. Die Stimmung ist sehr gut und wir gehen abends oft was trinken. Die Hälfte der Werte klammere ich daher aus. Naja, das war nicht nur der Alkohol, ein paar Tage lang war ich auch erkältet und ganz am Anfang hat die Zeitumstellung natürlich auch kräftig in meine Temperaturkurve gepfuscht. Als ich wieder nach Hause komme, klammere ich wieder die ersten drei Werte wegen Zeitumstellung aus. Sie sind recht chaotisch. Danach habe ich aber mal einen eindeutigen Tieflagen-Wert. Und dann geht die Temperatur nach oben, bis in meinen klassischen Hochlagen-Bereich. Das geschieht 5 Tage nach einem Schleimhöhepunkt. Dummerweise bekomme ich nach 4 hohen Temperaturen bereits meine Tage. Ich bin mir sehr sicher, dass es sich um einen Eisprung gehandelt hat, da ja auch der Schleimhöhepunkt gut dazu passte. Allerdings bin ich mir bei der Dauer der Hochlage nicht ganz sicher. Da ich nach Osten zurückgereist bin, könnte ich mir schon vorstellen, dass die Temperatur durch die Zeitumstellung nicht nach oben, sondern nach unten verfälscht war. Für meine innere Uhr war es ja früher am Morgen, und je früher ich messe, desto niedriger ist normalerweise meine Temperatur. Die chaotischen ausgeklammerten Werte könnten also schon Hochlage gewesen sein. Vielleicht aber auch nicht. Je nachdem, wie sich die Zeitumstellung nun konkret ausgewirkt hat, hat die Hochlage also zwischen 4 und 8 Tagen gedauert, in jedem Fall also eine Gelbkörperschwäche. Diesmal lässt es sich allerdings wirklich mit Stress erklären, denn genau eine Woche nach meiner Ankunft bin ich umgezogen. Das war nun wirklich ein ziemlicher Stress, insgesamt. Trotz Gelbkörperschwäche bin ich nun wieder etwas optimistischer gestimmt und hoffe, dass ich im nächsten Zyklus, wenn der Umzugsstress vorbei ist, eine "richtige" Hochlage habe. Nach einem Gespräch mit meiner NFP-Beraterin, die bald ein Nachtreffen mit uns machen möchte, beschliesse ich daher, den FA-Besuch noch zu verschieben. Wenn der nächste Zyklus vorbei ist, sehe ich ja, ob es sich bessert. Wenn nicht, kann meine Beraterin erst mal einen Blick auf die Blätter werfen und mir sagen, ob ich zum Arzt gehen soll. Spätestens dann werde ich aber wirklich hingehen.

9. Kapitel: Ärzte-Odysee

Aufgerüttelt durch eine Forumsbekanntschaft, die die Diagnose PCO bekommen hat, beschließe ich, doch mal endlich zum Arzt zu gehen. Die normale Vorsorge ist auch mal wieder fällig. Beim Hausarzt lasse ich ein großes Blutbild machen. Das sieht nach "kerngesund" aus, auch meine Schilddrüse ist okay. Mein Frauenarzt kann mit meinen Zyklen nicht sehr viel anfangen, aber er macht ein paar Tests mit mir. Im Ultraschall sieht er ein paar Zysten auf den Ovarien, aber mir wird nicht ganz klar, ob er mir nun sagen will, dass das eine Ursache für meine Zyklusstörungen sein könnte, oder ob er der Meinung ist, das sei ganz normal, weil "aktive" Eierstöcke eben anders aussehen als solche, die durch die Pille lahmgelegt sind. So ganz werde ich da nicht schlau aus ihm. Er sagt mir außerdem, dass ich wohl bald meine Tage bekommen werde und man dann mal Prolaktin und männliche Hormone testen könnte. Dann erzählt er mir, ich solle dann auch so an Tag 20 zu einer Progesteronmessung kommen. HALLO?! Habe ich nicht gerade meine Zyklusblätter gezeigt in denen keine einzige höhere Messung vor Tag 20 vorkommt? Nun ja, ich geh erst mal etwas verwirrt von dannen. Witzigerweise bekomme ich meine Tage nicht, sondern einen Eisprung. Ich "überliste" meinen Frauenarzt mit seinen Vorstellungen von "Tag 20" und komme einfach gleich zur Progesteronmessung. Er macht noch ein paar andere Hormone mit. Am Telefon erfahre ich eine Woche später, dass laut meinem Progesteron "ein Eisprung gewesen sein könnte" (soviel war mir auch klar, ich kann inzwischen Zyklusblätter lesen...). Ansonsten seien meine Hormone ganz okay, nur Prolaktin und LH seien etwas hoch. Ich spreche ihn auf Mönchspfeffer an und er sagt, das solle ich auf jeden Fall mal versuchen. Meine Hochlage dauert 10 Tage und ich habe während der ganzen Zeit ständig Schmierblutungen - da diese als S+ gelten, habe ich auch keine echte, symptothermale unfruchtbare Zeit :-( Dieser Zyklus dauerte 54 Tage.

10. Kapitel: Mönchspfeffer

Ich hole mir Agnus Castus von Stada aus der Apotheke und nehme jeden Tag eine Tablette. Für die Hormonmessung am Anfang des Zyklus' bekomme ich jedoch keinen Termin bei meinem FA, weil ich leider auf seine Anweisung hin erst an dem Tag selbst angerufen habe und da gerade sehr viel los war in der Praxis. In drei Wochen hätten sie Zeit, sagt mir die Arzthelferin, bis dahin müssten sie ja dann wieder am Zyklusanfang sein. Ähm, warum bin ich nochmal in Behandlung? Weil ich regelmäßig alle 4 Wochen meine Tage bekomme? Nein! Aber egal. So super beraten fühlte ich mich dort sowieso nicht. Auf Anraten meiner NFP-Beraterin mache ich einen Termin bei einer Ärztin aus, die auf Zyklusprobleme spezialisiert ist. Während ich noch auf den Termin warte, bekomme ich schon wieder meine Tage. Tatsächlich hat es diesmal nicht sehr lang gedauert, dafür war der Zyklus aber auch mal wieder monophasisch. Naja, man gewöhnt sich an alles ;-)

11. Kapitel: Oder vielleicht doch PCO

Die spezialisierte Ärztin ist ein Traum. Zum einen mal eine Ärztin, die wirklich was mit meinen Zyklusblättern anfangen kann. Sie hat mich sogar gleich gelobt, wie ausführlich ich sie ausfülle. Zum anderen ist sie einfach total nett. Sie hat ein besseres Ultraschallgerät und dazu auch die entsprechende Fachkenntnis. Nun, polyzystisch sind meine Ovarien schon, sagt sie. Das erklärt auch die Zyklusstörungen. Aber sie kann mich auch beruhigen. "Mit solchen Eierstöcken sind schon viele gesunde Kinder zur Welt gekommen", sagt sie mir, und "da hab ich schon viel schlimmeres gesehen". Ich finde ja, dass meine Eierstöcke aussehen wie Schweizer Käse ;-) Aber ich bin doch froh, dass es wohl nur eine recht "leichte" Variante von PCO ist. So eine Art Vorstufe, sagt die Ärztin. Die Chancen für eine spontane Schwangerschaft sind nicht extrem hervorragend, aber auch nicht drastisch schlecht. Das nimmt mir, offen gestanden, schon eine große Angst, die mich insgeheim in der letzten Zeit beschäftigt hat. Auf der anderen Seite bleibt es ziemlich im Ungewissen, ob ich je so richtig schön regelmäßige Zyklen haben werde. Und bisher hatte ich irgendwo wohl immer noch gehofft, dass sich meine Zyklen von selbst normalisieren oder man irgendwas einfaches dafür tun kann. Danach sieht es nun eher weniger aus. Nun ja, ich werde den Mönchspfeffer weiter nehmen. Falls sich irgendwas tut, werde ich es hier berichten. Vermutlich werde ich aber nicht mehr jeden Zyklus ein Kapitel schreiben, solange sich nicht direkt etwas ändert.

11a) Ein Jahr Pillenfrei - das Resüme

Nun ja, wie ich schon mal erwähnt hatte, wollte ich hier ein Tagebuch hineinschreiben, das anderen Mut macht, es auch zu probieren. Ein paar Störungen nach dem Absetzen der Pille, damit hab ich gerechnet. Eines Tages wird sicher alles ganz prima sein, dachte ich mir aber. Nun ist es bei mir aber tatsächlich ein Spezialfall und das Tagebuch erfüllt nicht den eigentlich Zweck. Ich werde es trotzdem nicht löschen, vielleicht ist es dennoch für die ein oder andere Frau interessant. Um potentielle NFP-Anfängerinnen zu beruhigen: In diesem einen Jahr habe ich nun sehr viele NFPlerinnern, nicht nur im Internet, sondern auch persönlich kennengelernt. Viele haben im ersten Jahr nach der Pille noch Gelbkörperschwäche und auch meine FFP-Beraterin sagte mir, dass die Gelbkörperschwäche oft etwas länger andauert als die anderen Pillen-Nachwirkungen. Eisprünge haben die meisten anderen aber sofort bekommen, oder vielleicht höchstens mal ein oder zwei monophasische Zyklen in der Anfangszeit. So katastrophal wie bei mir läuft es normalerweise nicht. Und, selbst ich habe trotz allem keine Lust, wieder mit der Pille anzufangen, auch wenn diese mir 28-Tage-Zyklen beschert hat und ich kein Lea verwenden musste (das ich bei der Handvoll unfruchtbaren Tagen in meinem ersten Post-Pill-Jahr ja im Grunde im Dauereinsatz hatte). Die Pillenfreiheit fühlt sich in jedem Fall gut an, und ich hoffe, dass sich niemand durch mein Tagebuch abschrecken lässt, es auszuprobieren!


Letzte Änderung: 21.12.2004 23:27:08 - Letzter Autor: _unknown_
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